Publikationen
Katja Driesel-Lange & Ernst Hany (2005): Berufsorientierung am Ende des Gymnasiums: Die Qual der Wahl.
Die Überprüfung der Berufswahlorientierung von Schulabgängern liefert Erkenntnisse über die Leistung der Schule und die selbst gesteuerten Schritte der Jugendlichen bei der Wahl ihrer weiterführenden Ausbildung bzw. ihres Berufs. Dass solche Erkenntnisse nötig sind, zeigen die nach wie vor hohen Abbruchquoten bei Studien- und Berufsanfängern. Gezielte Informationen können die Arbeit der Schulen bei der Berufswahlorientierung ihrer Schülerinnen und Schüler verbessern helfen.Zu diesem Zweck wurde 386 Abiturienten beiderlei Geschlechts ein Fragebogen vorgelegt, der den Stand ihrer Berufs- und Studienwahl, ihre Informationstätigkeiten, ihre Einstellungen zur Berufswahl und weitere Faktoren erfasste.
Insgesamt zeigt sich, dass die Befragten die Berufswahl ernst nehmen, einiges dafür getan haben und deshalb zu einem hohen Anteil sicher sind, eine passende Wahl für die kommende Zeit getroffen zu haben. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch offenkundig, dass vor allem solche beruflichen Aspekte, die über den unmittelbaren Berufseinstieg bzw. den Studienbeginn hinausgehen, weitgehend unbekannt sind und mangels zugänglicher Informationen mit erheblicher Unsicherheit verbunden sind. Insgesamt fühlen sich 50% der Befragten noch nicht in der Lage, eine klare Berufsentscheidung zu treffen.
Katja Driesel-Lange & Ernst Hany (2006): Berufsorientierung in der gymnasialen Mittelstufte: Wie effektiv sind einzelne Unterrichtsstunden?
Berichtet werden Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Evaluation von Lehreraktivitäten zur Förderung geschlechtsunabhängiger Berufswahlorientierungen im Bereich Naturwissenschaft und Technik“, das in den Jahren 2004 bis 2006 vom Thüringer Kultusministerium gefördert wird. Im Schuljahr 2004/05 führten Lehrkräfte in mehreren Schulklassen der 7./8. und 9. Jahrgangsstufe in Thüringer Gymnasien Unterrichtseinheiten zur Berufswahlorientierung durch. Mit einem Prätest-Posttest-Mehrfachstichproben-Design wurde die Wirkung des Trainings auf insgesamt acht Bereiche überprüft, die mit Skalen zur Selbsteinschätzung erfasst wurden. Die Bereiche bezogen sich vornehmlich auf Facetten des bildungs- und berufsbezogenen Interesses, auf Einstellungen zur Informationsgewinnung und auf die Ergebnisse der Informationssuche, d.h. auf Wissen und Fertigkeiten. Anhand der Kontrollgruppe wurde geprüft, ob sich auch ohne spezifische Intervention Komponenten der Berufswahlkompetenz quasi von selbst entwickeln. Dies konnte nur in einzelnen Bereichen festgestellt werden. Die Wirkung des Trainings blieb ebenfalls auf einen von acht Bereichen beschränkt, nämlich auf die Kenntnisse hinsichtlich der eigenen Person. Hier zeigten sich differenzielle Effekte, denen zufolge jüngere Schüler und vor allem die männlichen Probanden von den Unterrichtseinheiten profitierten.
Katja Driesel-Lange, Julia Dietrich & Ernst Hany (2006): Interventionen zur Berufsorientierung in der gymnasialen Mittelstufe: Fördern Trainings die Berufswahlkompetenz?
Berichtet werden Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Evaluation von Lehreraktivitäten zur Förderung geschlechtsunabhängiger Berufswahlorientierungen im Bereich Naturwissenschaft und Technik“, das in den Jahren 2004 bis 2006 vom Thüringer Kultusministerium gefördert wird. In den Schuljahren 2004/05 sowie 2005 /2006 führten Lehrkräfte in mehreren Schulklassen der 7. bis 10. Jahrgangsstufe in Thüringer Gymnasien Unterrichtseinheiten zur Berufswahlorientierung durch. Mit einem Mehrfachstichproben-Design zu drei Messzeitpunkten wurde die Wirkung des Trainings auf insgesamt zwölf Persönlichkeitsbereiche überprüft, die mit Skalen zur Selbsteinschätzung und Wissensaspekten erfasst wurden. Die Bereiche bezogen sich vornehmlich auf berufswahlrelevante Einstellungen und Einschätzungen, wie Zukunftsorientierung, Problemlösefähigkeit und Selbstreflexion. Weiterhin wurden das Interesse und die Bereitschaft zur Informationssuche erhoben und das berufsbezogene Wissen erfasst. In den Mittelpunkt der Untersuchung rückt auch die subjektive Bewertung der Maßnahmen durch die Schülerinnen und Schüler, die eine kritische Reflexion der durchgeführten Trainings erforderlich macht. Anhand der Kontrollgruppe wurde geprüft, ob sich auch ohne spezifische Intervention Komponenten der Berufswahlkompetenz quasi von selbst entwickeln.
Hany, E. & Driesel-Lange, K. (2006). Berufswahl als pädagogische Herausforderung: Schulische Orientierungsmaßnahmen im Urteil von Abiturienten. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 1, 517-532.
Maßnahmen zur Berufsorientierung gehören heutzutage in der Sekundarstufe schon zum Standardprogramm vieler Schulen, jedoch mit Ausnahme des Gymnasiums. Dort stehen Schüler wie Lehrer Unterrichtseinheiten zur Studien- und Berufsorientierung reservierter gegenüber. Die Frage der Akzeptanz solcher Maßnahmen wird aber angesichts der Fülle entsprechender Programme und ihrer Bedeutsamkeit für den Bildungsweg junger Menschen immer drängender. Mit Hilfe einer Befragung von Abiturienten wurde die Einschätzung von Maßnahmen, die typischerweise von Schulen angeboten werden, untersucht. Wurden die Maßnahmen in der Schule durchgeführt, bewerteten die Schüler sie deutlich schlechter als wenn sie in der Freizeit durchgeführt wurden. Nur für die in der Freizeit oder privat durchgeführten Maßnahmen zur Berufsorientierung zeigten sich Zusammenhänge zum subjektiven Entwicklungsstand der Berufswahl.



